Angeln am Langwieder See

Nach dem Fang eines Meterhechts im Juni 2005 war bei mir die lust auf mehr (Hecht) ausgebrochen. Folglich beschloß ich die Tageskartenangebote in den Angelläden in meiner Nähe zu durchforsten. Nachdem ich genügend Infomaterial bezüglich der zur Verfügung stehenden Gewässer eingezogen hatte, erinnerte ich mich an einen See, an dem ich bereist früher einmal tauchen war. Das klare Wasser und die schöne Lage, sowie der ausgezeichnete Bestand an Hechten sollten doch eigentlich einen Versuch rechtfertigen. Da ich am Sonntag eh nichts besseres zu tun hatte und der Wetterbericht ohnehin miesestes Wetter vorausgesagt hatte, kaufte ich mir bereits am Freitag zuvor eine Tageskarte (Preis: 12 Euro + 3 Euro Pfand, welche aber zurückerstattet werden, wenn man die Fangliste abgibt). Nun, der Wetterbericht hatte ausnahmsweise mal recht und es goß wirklich fast in einer Tour durcht, aber dazu später mehr. Über einen bekannten der im Wasserwirtschaftsamt arbeitet, besorgte ich mir eine (aktuelle) Tiefenkarte des Langwieder Sees. So konnte ich mir die langwierige Suche nach interessanten Stellen sparen. Die Bestimmungen am Langwieder See entsprechen im Prinzip den allgemeinen Fischereibestimmungen, lediglich das Anfüttern und das Fischen vor dem Hotel sind verboten. Die Schonmaße sind auch etwas höher als an anderen Gewässern, so darf man Hecht und Zander erst ab 60cm mitnehmen, die Fangbegrenzung beläuft sich auf zwei Edelfische, sowie drei weitere Fischarten. Als ich dann am Sonntag um 5 Uhr morgens mein Bett verließ, sah es draußen noch relativ trocken aus. Trotzdem (zum Glück) packte ich schon von vorne herein meine Regensachen mit ein. Wenig später, war ich dann auch am Wasser angekommen. Nach einem kleinen Orientierungsrundgang, viel es mir wesentlich leichter die Tiefenkarte zu lesen. Da der See eine hervoragende Wasserqualität aufweist und dazu noch äußerst klar ist, wird er von Tauchsportjüngern ebenfalls sehr stark frequentiert. Ich für meinen Teil hatte keine Probleme mit den Froschmännern. Und die Hechte scheinen sich auch schon dran gewöhnt zu haben, dass sie fast täglich von neugierigen Leuten im Neoprenanzug bestaunt werden. Dummerweise fallen die bevorzugten Tauchstellen mit den für mich interessanten Hechtstellen überein. Nach wenigen Würfen quer zum Ufer mit einem Storm Gummifisch in Barsch Dekor, hatte ich bereits meinen ersten kleinen Hecht am Haken. Nun ja, schnell abhaken und wieder rein ins Wasser. Wenig später bekam ich an der selben Stelle noch einen Biß der meinem Storm Gummifisch die Schwanzfloße kostete. Also Köderwechsel. Also nächstes schlug die Stunde des wohl dienstältesten Köders meiner Sammlung. Ein 10cm langer FZ Blinker wurde angeknotet. Normalerweise halte ich recht wenig von Blinkern, aber dieser kleine Teufel brachte mir innerhalb einer Stunde drei weitere Hechte. Wahnsinn. Wenig später, als ich etwas am Ufer entlang schlenderte und meine Atraktor Gufis testete, rappelte es noch zwei Mal. Damit hatte ich innerhalb weniger Stunden sechs Hechte zum Landgang überreden können. Ein für meine Verhältnisse mehr akzeptables Ergebniss. Wenig später sog sich auch noch ein 30cm Barsch den Atraktor Köder rein. Gegen Ende des Tages waren sowohl meine Klamotten als auch meine Hände total aufgeweicht. Nass aber glücklich trat ich die Heimreise an, mit dem guten Gewissen aus einem wettertechnisch bescheidenen Tag doch noch etwas besonderes gemacht zu haben.

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Pete H.

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990

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