Höllensteinsee 2011

Trotz Wirschaftskrise muss man gelegentlich doch zum Angeln fahren und da dieses Jahr noch ein paar Euronen im Spartopf übrig waren beschlossen Robert und ich nochmal die Oberpfalz zum Fischen aufzusuchen. Da wir allerdings bereits Mai/Juni der der Chamb beim Fischen waren, wurde nach einer Alternative gesucht. Glücklicherweise gibt es in der Oberpfalz sehr viele kleinere und größere Fischwasser die nicht nur durch ihren Fischbestand sondern vielmehr durch ihre landschaftliche Lage und ihre natürliche Idylle locken. Nach längerem Hin und Her entschieden wir uns für den Höllensteinsee welcher ein Stau des Regens ist und nahe Viechtach liegt.

 Bereits einige Tage vor unserer Abfahr liefen die Planungs- und Organisierarbeiten auf Hochtouren. Es galt eine Unterkunft und natürlich die Fischereipapiere sowie ein Boot zu organisieren. In der zweiten Augustwoche gings dann auch endlich los. An einem Sonntag, früh morgens wurde die Sachen ins Auto bzw. in die Deutsche Bahn gesteckt und ab gings Richtung Oberpfalz. Nach der Ankunft wurde erstmal das Gepäck im Gasthof verstaut ( die Dauer bis wir den Gasthof überhaupt gefunden hatten schlägt jeden bisher dagewesenen Rekord…). Anschließend fuhren wir noch schnell an den vom Gasthof nur 4km entfernten Höllensteinsee um uns die Angelkarte zu kaufen und das Boot in Beschlag zu nehmen. Der erste Eindruck vom See war durchwegs positiv, überall sattes Grün, Bäume und sehr viel Wasser. Der Bootsbesitzer und Kartenverkäufer Siegfried Macht hat direkt am See einen kleinen Bootsverleih, zudem kann man über ihn die Angelkarten beziehen. Da er selber Angler ist, kann man durch ihn einige sehr hilfreiche Informationen zur Gewässerstruktur sowie zu den Fangplätzen erfahren. Nach einem kleinen Schwätzchen ging’s erst mal nach Furth im Wald, soziale Kontakte pflegen und die unvergleichliche Pizza im Restaurant Picasso genießen. Die Heimfahrt von Furth im Wald nach Krailing (Dort logierten wir im Gasthof „Zum alten Wirt“) gestaltete sich als sehr sehr schwierig. Nachdem wir Umwege von mehr als 25km gefahren waren, kamen wir gegen 23.00 Uhr im Gasthof an. Anschließend wurde schnell noch das Zanderzeug gepackt und ab gings an die Staumauer (interessanterweise ist es hier erlaubt von der Staumauer aus zu fischen…). Um 24 Uhr wurde die ganze Aktion dann beendet – leider ohne Fisch. Im Gasthof wurden dann noch Pläne für den kommenden Morgen geschmiedet.

 Tags drauf gings endlich mit dem Boot auf den See. Da wir zum ersten Mal auf diesem See unterwegs waren, galt es erst mal die Kanten zu finden und die Tiefe zu ermitteln. Glücklicherweise stand uns ein Echolot zu Verfügung. Allerdings konnte man nicht wirklich markante Kanten finden…Der See selber hat ordentlich Struktur, einige Löcher gibt’s und tiefe Rinnen. Auch der Rand des Sees ist wunderschön im Wald gelegen. Einfach nur klasse, wohin man auch blickt Bäume und teilweise auch sehr markante Felsabbrüche die sich unter Wasser fortsetzen. Was die Bodenkonsistenz betrifft, so ist dieser vorwiegend schlammig, es gibt jedoch auch steinige Bereiche. Das Westufer ist größtenteils extrem flach, dort finden sich nachts eher Friedfische wie Brachsen. Das Ostufer ist vorwiegend steinig.

 Die nächtlichen Ansitze in dieser Woche waren eher von bescheidenen bzw. gar keinen Erfolg gekrönt. Nunja, wettertechnisch hatten wir auch nicht wirklich das große Los gezogen. Das Thermometer und auch das Barometer gingen hoch und runter. An einem Tag hatten wir uns beide einen Sonnenbrand geholt, am nächsten Tag saßen wir mit dicken Jacken und langen Unterhosen im Boot. Tja so kanns gehen, unverhofft kommt oft. Nichts desto trotz entschädigte die grandiose Landschaft für die meisten kleinen Fehlschläge. Sowohl das Schlepp- als auch das Spinnfischen erwiesen sich als gleichermaßen erfolgreich. Die deutlich besten Hechte brachte allerdings das Schleppen. Die befischbare Strecke des Höllensteinsees (mit dem Boot) erstreckt sich bis zum Campingplatz Pirka. Weiter darf man zwar noch fischen, allerdings nicht mehr vom Boot aus. Daher haben wir uns bei der beschränkten Zeit die uns zu Verfügung stand darauf verzichtet die Strecke zu befischen. Vom Ufer aus läßt sich die oben genannte Strecke bis nach Pirka nur sehr bescheiden befischen. Es gibt zwar ein paar interessante Stellen, wer allerdings keine alpine Kletterausrüstung beim Angeln mit sich führt sollte besser darauf verzichten. Besonders beeindruckend sind auch die riesigen Weißfischschwärme die man in den teilweise sehr flachen Buchten knapp unter der Wasseroberfläche beobachten kann. Gegen Abend hin sieht man es überall gründeln und blubbern, ein sehr imposanter Anblick. Die Blubberblasen verwirren allerdings das Echolot massivst. Angeltechnisch ist am Höllensteinsee unter der Woche recht wenig los.

 Die meiste Zeit waren Robert und ich alleine am und auf dem Wasser. Lediglich am Abend konnten wir ein paar grün gekleidete Gestalten am Ufer entlang huschen sehen. Was man aber öfters zu sehen bekommt sind Kanufahrer und Touristen die ihre Zeit mit Leihbooten auf dem See verbringen. Allerdings hielt sich das im erträglichen Rahmen. Das Schleppen in den Abendstunden erwies sich als nicht wirklich erträglich, die besten Stunden waren zwischen 10 und 12 Uhr mittags. Das abendliche Schleppen kann ich nur nicht allzu schreckhaften Personen ans Herz legen. Der Biberbestand am See ist ziemlich gut und man sieht öfters in den frühen Abendstunden mal den einen oder anderen Nager über den See schwimmen. Des Nächtens ist der Biber im Wasser nur sehr schwer auszumachen. Man weiß nur dass er da war wenn er mit einem ohrenbestäubenden Platscher mit seiner Kelle plötzlich kurz neben dem Boot abtaucht.

 Summa Summarum konnten wir in der Woche gute 20 Hechte zu einem kurzen Landgang überreden, die Durchschnittsgröße lag bei ca. 55cm. Allerdings waren auch ein paar nette Kandidaten dabei die deutlich darüber lagen. Entscheidend ist sich nicht entmutigen zu lassen und einfach stur weiter zu fischen. Früher oder später beißt was.
Noch ein kleiner Hinweis: Das Raubfischangeln ist am See nur mit einer Rute erlaubt, die Wochenkarte kostet 75€, der Preis für das Boot richtet sich nach der Anzahl der Tage die man es mietet.

 

Autor dieses Artikels
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Pete H.

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990

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