Quantum Energy Bass

Typisch Mann – lässt sich vom Aussehen leiten. Was uns bei der Partnerwahl oft (ungünstig) beeinflusst, beeinflusst uns auch relativ häufig beim Einkaufen. So auch mich als ich mir die Quantum Energy Bass Rute in der Hoffnung damit gepflegt Meister Esox zu befischen gekauft habe.

Erster Eindruck:
Wow, sehr leicht, geteilter Griff, Einsteg SIC Ringe, Zapfenverbindung….einfach genial das Ding. Schnelle Aktion die unter Belastung ins semiparabolische übergeht. Und das Auffälligste: Die metallicblaue Farbe. Mit dem Stecken fällt man auf am Wasser – 100%

Technische Daten:
270cm; 50-70g Wurfgewicht; 204g Eigengewicht

Eigenschaften/Ausstattung:
Nicht übel, gute SIC Ringe, ordentliche Zapfenverbindung was soll da noch groß schief gehen. Das angegebene Wurfgewicht ist aber viel zu hoch angegeben. 50-70g….Also mit 50g bin ich als Obergrenze einverstanden aber 70g halte ich für übertrieben. Durch die großen Ringabstände kommt es bei der Aufladung der Rute beim Werfen leicht zum verdrehen der obersten Ringe. Der Blank klappt quasi seitlich weg. Ich habe dies mehrfach bei Ködern ab 50g gesehen. Dies kann sehr rasch zum Bruch führen, daher empfiehlt es sich Köder über 50g nur sehr vorsichtig zu werfen. Der Moosgummigriff ist rein optisch gesehen etwas zu groß geraten. Wenn ich da an die schlanken Griffe bei den Fox Raubfischruten denke….die hätten den idealen Durchmesser für so ein filigranes Rütchen.

Verarbeitung:
Würde ich nach den Schulnoten bewerten würde diese Rute in der Verarbeitung eine 3-4 bekommen. Der Lack mit dem der Blank überzogen ist, war bei meinem Modell mit Luftbläschen (am Handteil) geradezu übersäht – etwa wie ein 16 jähriger paarungswütiger Knabe mit Akne. Sowas darf nicht sein bei einer Rute die normalerweise über 100€ kostet. Ansonsten sind die Ringbindungen sauber verarbeitet, wenngleich der Ringabstand im oberen Drittel für meinen Geschmack zu weit auseinander geht. Klar, je weniger Ringe, desto weiter kann man werfen weil der Reibungswiderstand minimiert wird, dies sollte allerdings nur bis zu einem gewissen Grad gehen weil sonst die Aktion der Rute zu stark leidet. Auch der Spitzenring ist meines Erachtens ein Witz…Wenn man eine Rute schon im mittleren Preissegment anbietet dann doch bitte mit überlappenden Spitzenring – die kosten doch mittlerweile wirklich nicht mehr die Welt. Bei meiner Rute wurde der Spitzenring sofort ausgetauscht.

Test:
Der Test ging knapp ein Jahr lang über Stock und Stein.

Fazit:
Natürlich ist mir klar, dass ich die Rute in gewisser Weise zweckentfremdet habe. Wie der Name schon sagt ist sie für das Fischen auf „Energy Bass“ an der Küste konzipiert worden, aber die Mängel werden sich auch dort zeigen.
Wäre der Ringabstand weiter oben enger und die Verarbeitung des Lacks am Handteil besser und entspräche das Wurfgewicht wirklich 50-70g wäre die Rute einfach nur klasse. Klar, zum Gummifischen ist sie etwas zu weich aber zum Wobbeln wäre sie ideal. Mit dem momentanen Wurfgewicht eignet sie sich zum Wobbeln auf Barsche, Forellen und kleine Hechte aber für mehr auch nicht. Wenn man die Energy Bass mit anderen Ruten deren Wurfgewicht wirklich bei 50-70g liegt vergleicht muss man die Angabe des Wurfgewichts für einen Schreibfehler des Herstellers halten. Wären diese vermeidbaren Mankos nicht hätte man wirklich eine klasse Rute. Vor allem die Optik macht ordentlich was her.
Sollte jemand eine stärkere Rute für die Forellenfischerei oder die leichte Zanderfischerei suchen, ist er mit der Energy Bass gut bedient. Die Lackierung war wohl nur bei meinem Testmodell unsauber.

Autor dieses Artikels
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Pete H.

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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