Tobi und Hannes am Po in Italien

Hallo Leute,

Hannes und ich haben uns entschlossen für 10 Tage an den berühmten italinieschen Po zu fahren. Unser Ziel war natürlich der Wels. Es werden jedes Jahr mehrer Waller über der 100 KG Marke gefangen und etliche über 2 Meter. Ob wir das Glück haben einen solchen Giganten an den Haken zu bekommen?

Der Po ist mit seinen 652 km Länge der längste Fluss Italiens. Er entspringt in 2020 Metern Höhe den Cottischen Alpen und fließt bis ins Po-Delta, südlich von Venedig. Dabei durchkreuzt der Fluss die Gebiete Piemont, die Lombardei, Emilia Romagna und Venezien. Das Wasser mischt sich hier mit Meerwasser. In Frühling und Herbst führt der Fluss Hochwasser.

Es kann innerhalb von 24 Stunden der Wasserspiegel über ein Meter steigen und auch fallen. Die Strömung ist gewaltig und bringt einiges an Treibgut mit was nicht nur den Montagen gefährlich werden kann sondern auch uns Anglern. Wenn man mit einem Vollbeladenen Boot über den Po fährt und man erkennt nur ein kleinen Ast der auf ein zukommt kann das auch unter Wasser ein riesiger Baum von 20 Meter länge sein, der schnell das Boot kentern kann.

Der Po ist ein ziehmlich schwieriges Wasser und man fängt zwischen 0-5 Waller in der Woche. Es gibt auch Tage indem man wahre „Massenfäge“ verbuchen kann . Die Chance ein richtigen „Brecher“ zu fangen ist an kein anderen Wasser der Welt so hoch. Genau das ist der Reiz…Man(n) gibt 100% und muss Vollgas geben um überhaupt ein Waller an den Haken zu bekommen. Jeder fischt muss hart umkämpft werden.

Für so einen Hardcore-Trip braucht man(n) ein absoluten zuverlässigen Angelkollegen und Freund und eine penible Planung und Vorbereitung. Mann muß auf alles gefasst sein und gewabnet  sein. Das Tackle muß perfekt sein denn es verzeit keinen Fehler.

Wir entschlossen uns am Nachmittag bis abends zu schlafen um dann in der Nacht zu fahren. Hannes und ich waren beiden so aufgeregt das wir kein schlaf am Nachmittag bekamen. Unsere Gedanken waren schon ganz woanders °°° am ital. Po!!!

Wir fuhren um kurz vor Mitternacht in Deutschland los bis wir am nächsten Tag bei Sonneaufgang den ersten Blick auf den Po hatten. Wir waren nicht mehr weit entfernt von unserem Wallercamp.

Endlich da…..YES

Wir wurden von unseren Guide eingewiesen was die Bootsfahrtsregeln und die rechtlichen Bestimmungen am Po sind. Er zeigte uns noch einige Hot-Spots und erzählte was der Wasserstand sowie die Fänge der letzten Tage bzw. Wochen gewesen sind.

Wasserstand: 5 Meter über Normalpegel

Fänge der letzten Woche: 2,40 und 2,50 Waller und einige zwischen 150cm und 180 cm & viele Fische darunter

Das waren nicht die einfachsten Bestimmungen, da Hochwasser die Fische natürlich zum Fressen anregt aber wir leider genau zu dem Zeitpunkt angekommen waren als der Wasserstand wieder am fallen war. Die Fische war vollgefressen und verließen langsam die überfluteten Gebiete und gingen wieder in den Hauptstrom zurück.

Wir steckten nicht unsere Köpfe in den Sand und gaben die Hoffnung nicht auf einen kapitalen Wels zu fangen.

Hannes und ich beluden das Boot mit unseren Tackle und suchten uns eine geeignete Stelle. Nicht weit entfernt vom Camp war ein eigentlich abgeschlossener Altarm „toter Arm“ der durch das Hochwasser voller Wasser war. An dieser Stelle beschlossen wir unser Glück zu probieren.

Das Prozedere ging nun los..Boot ausladen…Schirmzelt aufbauen…Ruten montieren…6 Bojen legen und Ruten montieren. Jede Rute muss mit dem Boot einzeln ausgelegt werden was einige Zeit und Kraft beanspruchte. Da ich schon seit über 30 Stunden ohne Schlaf auf den Beinen stand war ich kurz vorm körperlichen Zusammenbruch.

Ich war mittlerweile so schwach, dass ich es nicht mehr was zum essen zu machen geschweigen denn meine Wathosen auszuziehen. Ich legte mich total erschöpft mit der völlig verschlammten Hose auf meine Liege. Hannes „mein Retter in der NOT“ machte mir ital. Spaghetti! Was mir wieder Kraft gab um den ersten Abend am Po zu genießen.

Wir standen voller Hoffnung  vor unseren Ruten und lauschten den unheimlichen Geräuschen der raubenden Wallern zu.

Die erste Nacht verging ohne Aktion was mir und den Hannes nicht sonderlich störte da wir beide am ende unserer Kräfte waren.

Wir beschlossen noch eine Nacht an dieser Stelle zu bleiben und unser Glück zu probieren.

Hannes stand vor meinen Ruten als er plötzlich nervös wurde. Er schrie laut „ TOBI, TOBI, TOOOOOOOOOOOOOBBBBBBBBIIIIIII“ du hast ein Biss!!!

In den Moment hörte ich schon meine Reißleine mit einem lauten knall…und der Schwimmer ging unter. Das war er… der erste Biss… der erste Waller. Mein Adrealinspiegel schoß hoch und schon hatte ich meine Rute in der Hand. Zwei kräftige anschläge und ich spürte sofort widerstand. Nach einem kruzen und harten Drill hatten wir unseren ersten Po-Waller.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg um uns eine neue Stelle zu suchen. Es war ein kleiner See der vom Po gespeißt worden ist. Wir platzierten unsere Ruten zum Eingang und zum Übergang des Sees zum Po.

Da dieser Spot nicht so produktiv war obwohl beim federn ohne Ende Köderfische am Platz waren und wir sogar ein Waller mit ca. 180cm vor unseren Augen gebuckelt hat fingen wir nur ein kleinen Waller.

Hannes und ich  packten unsere Sachen und beluden das Boot und suchten uns eine neue Stelle. Nicht weit von uns entfernt war ein Zufluss in de Po und dort hatten wir einige Löcher und Kanten sowie Mischwasser gefunden. Das war ein absoluter Top-Platz. Wir beschlossen die letzten Tage dort zu verbringen.

Wir waren voller Zuversicht und ließen es uns richtig gut gehen. Es gab jede Menge Spaghetti und Wein.

Ab und zu kreuzte ein riesiges Baggerschiff oder ein Dampfer den Po und wirbelte den Boden auf und ließ unsere Bojen in den Wellen hin-und her taumeln.

Wir erlebten traumhafte Momente am Wasser voller Ruhe und Einsamkeit und Erfüllung.

Aber auch einige Situationen die einen den letzten Nerv gekostet haben. Die Strömung brachte durch das Hochwasser soviel Dreck und Müll mit sich, dass wir ständig unsere Ruten einholen mussten. Sogar die Bojen die mit Steinen über 10kg beschwert waren wurden langsam von der Strömung verschwoben. Man darf die Karft dieses Flusses nie unterschätzen.

Als wir gerade beim kochen waren schoss Hannes seine Gerte wie eine Dampflock ab. Er hatte große Probleme den Fisch in der Hauptströmung zu halten. Wir sprangen ins Boot und fuhren dem Waller hinterher.

Es war ein Kampf auf biegen und brechen den wir dann nach 15 Minuten endlich gewannen. Ein kleiner Stupser auf den Kopf des Wallers und er gab seine letzte Flucht in die Tiefen des Po`s bevor wir ihn mit einem Griff ins Maul ins Boot gezogen haben.

Am nächsten Tag ladeten wir noch ein weiteres Exemplar was dann auch unser letzter Fisch dieses Trips gewesen ist.

Das war leider unser letzter Sonnaufgang am italinieschen Po für 2009. Wir hatten eine Traumhafte Zeit mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Diese werden wir wohl so schnell nicht vergessen und beschlossen gleich für 2010 den nächsten Trip.

Wir wünschen euch viele Erholsame und erfolgreiche Angelstunden am Wasser!

Bis dahin Tobi & Hannes
– Natural Born Cat Hunters-

Autor dieses Artikels
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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990

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