Erfolgreiche Schlepptour auf Hecht im Juni

Es gibt sie, diese Tage an denen es erst den Anschein hat, als ob alles komplett den Bach runter gehen würde nur um sich im Anschluss in das andere Extrem zu entwickeln. So auch bei mir am 20.6. diesen Jahres. Kaum am Gewässer angekommen mussten wir feststellen, dass das Wasser des Sees  etwas eingetrübt war, der Wind mit 12km/h blies und sich zu allem Überfluss auch noch eine fette Unwetterwand von Nord/Westen heran schob.

Nunja, alles nicht so prickelnd. Aber was will man machen. Erschwerend (oder erleichternd) kam dann noch hinzu, dass der See Vollstau hatte. In den letzten Jahren war der Wasserpegel des Sees eigentlich fast immer sehr niedrig gewesen als wir dort fischen waren. Diesmal hatte er so viel Wasser, dass die komplette Ufervegetation nur noch schwach aus dem Wasser lugte…zumindest an einer Seite des Sees. Aber, egal wie schlecht das Wetter ist, es gibt immer ein paar Verrückte die es meinen besser zu wissen. So waren neben unserem Boot noch 4 weitere Petrijünger aktiv und versuchten ihr Glück. Starker Wind, trübes Wasser und einige der älteren Herren versuchen es auf Renke. Na wenn das mal nicht eine herausfordernde und mutige Kombination ist.

Nach einer halben Stunde schleppen kam es wie es kommen musste. Der Wind flaute ab, der Himmel war komplett wolkenverhangen und die Wellen ließen auch urplötzlich nach – die sogenannte Ruhe vor dem Sturm. Jetzt wurden schnell alle Schleppköder eingeholt, die Gerätekisten soweit möglich wasserdicht verpackt, die Regenkleidung angelegt und dann schnell landunter gerudert in das einzige windgeschützte Fleckchen des Sees. Wir waren noch nicht ganz dort angekommen als das Unwetter losbrach. Der Wind frischte massiv auf, die Wellen knallten nur so gegen das Boot und man konnte zudem ein nicht allzu fernes Donnern vernehmen. Herrlich – kann man seine Samstage besser verbringen?

Wir landeten mit Müh und Not das Boot an und sprangen ans sichere Ufer. Dort warteten wir im Schutze der Vegetation das Unwetter und den Regen ab. Zumindest beim Gewitter hatten wir Glück, es zog vorbei –  der Regen leider nicht. Innerhalb weniger Minuten war der Wasserstand im Boot beachtlich angestiegen. Untere Taschen, die Rutenfutterale und sonstiges Zubehör waren nass. Wir im Übrigen auch. Nach fast einer Stunde Zwangspause wagten wir uns wieder aufs Wasser hinaus.

Runde um Runde schleppten wir bis es endlich den ersten lang ersehnten Biss auf einen unserer Swimbaits gab. Ein kleiner Hechtschniepel hatte sich die 20cm lange SG Forelle geschnappt. Was für ein Gierlappen. Wenig später schnackelte es erneut auf die Forelle. Wieder ein Schnieperl von Hecht. Nicht ganz das weswegen wir hier waren. Es verging ungefähr eine weitere Stunde bis sich auch bei meinem Kollegen die Rute krümmte – und wie sie sich krümmte. Zuerst dachten wir an einen Hänger da wir just in diesem Moment über ein Krautfeld fuhren. Aber weit gefehlt. Hecht war angesagt. Nach einem fulminanten Drill fand ein wirklich schöner und vor allem fetter Esox seinen Weg zu uns ins Boot.

Eine halbe Stunde später konnte ich in der anderen Ecke des Sees ebenfalls einen Biss verzeichnen. Allerdings nur einen Fehlbiss. Da ohnehin eine kleine Pause von Nöten war, beschlossen wir uns kurz zu stärken und anschließend nochmal an die Stelle zu fahren wo ich den Fehlbiss hatte.

Es dauert nur wenige Minuten und die Rute war krumm. Der Fisch hämmerte regelrecht gen Grund um den Köder loszuwerden aber der Haken saß gut und wir konnten nach bangen Minuten eine richtig dicke Hechtmutti ans Boot holen. Was für ein schöner Fisch. An den Flossen sieht man noch die Spuren der Laichzeit. Kleine rote punktförmige Einblutungen waren auch am Nacken sowie den Brustflossen deutlich zu sehen.

Nach diesem Fisch setzten wir unsere Schlepperei weiter fort. Es begann bereits zu Dämmern als wir uns entschlossen die Krautfelder treibend mit der Spinnrute zu befischen. Direkt vor der Schilfkante bekam mein Kollege etwa einen halben Meter vor dem Boot einen heftigen Biss. Das Wasser spritzte und schäumte nur so. Der Hecht musste dem Köder bis ans Boot gefolgt sein und erst als sich der Kollege anschickte den Köder aus dem Wasser zu holen, kam der Einschlag. Was für ein Drill. Durch die Regenfälle der vergangenen Woche und des heutigen Tages war das Wasser deutlich abgekühlt und die Hechte hatten ordentlich Dampf in den Gräten. Nach mehreren Fluchten ins Kraut streckte auch dieser Hecht die Flossen. Was für ein Fisch… Insgesamt konnten wir innerhalb weniger Stunden 7  Fische fangen, 3 davon haben durchaus das Prädikat „kapital“ verdient….

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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990

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