Das Echolot

Mittlerweile gehört ein Echolot schon fast zur Grundausstattung eines jeden Karpfenanglers. Es ist wie eine Rute oder ein Bißanzeiger, ein Hilfsmittel, welches dem Angler helfen kann, Fische zu fangen. Besonders an großen Gewässern, an denen es eine Ewigkeit dauern würde, um mit einer Rute und einem Blei eine Stelle auszuloten, stellt das Echolot beim Auffinden guter Plätze eine große Erleichterung dar. Das Lokalisieren der Fische ist die Basis für den Fang eines oder gar mehrerer Fische. Man sollte daher zu Beginn einer Session nicht einfach blind irgendwo seine Ruten plazieren, sondern alles daran setzen, um zunächst Fische zu finden, oder zumindest Plätze auszumachen, an denen die Fische möglicherweise fressen bzw. sich aufhalten könnten. Hierbei kann das Echolot eine große Hilfe sein. Lassen Sie uns daher das Hilfsmittel Echolot einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen, und schauen, inwieweit es , insbesondere dem Karpfenangler, beim Auffinden von vielversprechenden Plätzen und somit indirekt beim Fang von Fischen, hifreich sein kann. Das Echolot, welches für den Karpfenangler von Interesse ist , ist eine kleine tragbare wasserdichten Einheit, die sich aus einem Flüssigkristallbildschirm, einem Batteriefach und schließlich dem sogenannten Transducer oder auch Geber, zusammensetzt. Ein Echolot funktioniert auf Basis der Sonartechnologie. Der Transducer / Geber wird für gewöhnlich am Heck des Bootes montiert. Im Wasser sendet der Geber zwischen zehn -und zwölfmal pro Sekunde Schallwellen aus, die vom Gewässerboden reflektiert und schließlich wieder vom Geber aufgenommen werden. Da die Geschwindigkeit von Schallwellen im Wasser bereits im Echolot vorprogrammiert ist, kann das Echolot somit die Distanz errechnen, die die vom Geber ausgesandten Schallwellen im Wasser zurückgelegt haben, bzw. die zwischen Geber und Gewässerboden liegt. Die vom Echolot errechneten Werte sind dann in Form des Bodenprofils auf dem Bildschirm des Echolots sichtbar. Fische sind auf dem Bildschirm deshalb sichtbar, weil sie ihr eigenes Signal zum Geber zurücksenden , bevor die Schallwellen vom Gewässerboden reflektiert werden. Das richtige Ausrichten des Gebers ist sehr wichtig.
Lesen Sie diesbezüglich stets genau die Gebrauchsanweisung Ihres Echolots, denn bei falscher Installation des Gebers werden Sie auch falsche Daten auf dem Bildschirm Ihres Echolotes erhalten. Die Größe des Bereichs, den der Geber abdeckt, hängt von zwei Faktoren ab, nämlich der Frequenz und dem Winkel des Kegels der ausgesandten Schallwellen. Unter Wasser werden die Schallwellen, ähnlich dem Lichtkegel einer Taschenlampe, ausgesandt. Wenn die Schallwellen also auf dem Boden auftreffen, ist das Gebiet, das der Kegel abdeckt kreisförmig. Das Echolot holt sich sozusagen einen kreisförmigen „Fußabdruck“ des Gewässerbodens. Bei einem Standard – Geber von Echoloten der Firma Eagle beträgt der Kegelwinkel 20 Grad und der Durchmesser des kreisförmigen „Fußabdruckes“ vom Gewässerboden beträgt in etwa ein Drittel der gemessenen Tiefe.
Dies mag einigen sehr wenig erscheinen, lassen Sie uns daher nochmals die Taschenlampe als Vergleich nehmen. Eine Taschenlampe mit einem relativ weiten Lichtkegel wird einen großen Bereich erhellen . Eine solche Lampe würde aber nicht so weit leuchten, wie eine Lampe mit einem kleineren Lichtkegel bzw. Lichtstrahl. Daher kommt es beim Geber des Echolots auf die richtige Kombination an. Ein Schalwellenkegel von 20 Grad und einer Frequenz von 192 KHZ (Zahl der Impulse pro Sekunde) bietet die beste Kombination für Tiefenbereiche von 0 bis 120 Metern. Die Frequenz des Gebers bestimmt auch die Leistung des Echolotes. Je höher die Frequenz, desto besser wird die Auflösung auf dem Bildschirm sein, jedoch durchdringen hohe Frequenzen schlechter das Wasser. Niedrige Frequenzen können das Wasser besser durchdringen und in größere Tiefen vorstoßen als hohe Frequenzen dies tun, jedoch zeigen zu niedrige Frequenzen wiederum zu wenige Details (Fische, Hindernisse, etc.) auf dem Bildschirm an. Für den Süßwassergebrauch bietet ein Transducer mit 20 Grad Kegelwinkel und 192 KHZ Frequenz die richtige Kombination aus abgedecktem Gewässerboden und detaillierter Bildschirmauflösung. Auf Karpfen angelt man wohl kaum in größeren Tiefen als 50 Metern, somit besteht kein Grund zur Sorge, daß die Schallwellen des Echolotes nicht den Gewässerboden erreichen könnten. Ein Echolot ist keineswegs eine Unterwasserkamera, mit der der Angler feststellen kann , welche Fischart gerade unter dem Boot durchschwimmt und wie groß sie ist, jedoch ist das Echolot, sofern man es richtig einsetzt, in der Lage dem Angler wichtige Informationen über das Bodenprofil, etc. zu geben.

Das Bodenprofil eines Gewässers ( Hindernisse, Krautvorkommen, Bodenbeschaffenheit und Tiefe) zu kennen, ist für den Fang von Fischen stets sehr hilfreich. Mit Hilfe eines Echolotes kann man ohne große Probleme Plateaux , Bodenlöcher, Kanten, Hindernisse und nicht zuletzt die Tiefe, bestimmen. Sobald man eine interessante Stelle gefunden hat, setzt man am besten eine Boje und fährt dann das Gebiet um die Boje herum nochmals mit dem Echolot ab, um sich ein noch genaueres Bild von der Bodenbeschaffenheit und dem Vorhandensein von Hindernissen machen zu können. Die meisten Echolote der Firmen Lowrance und Eagle habe eine Funktion die sich „Grayline“ nennt. Mit Hilfe dieser Funktion lässt sich die Bodenhärte bestimmen. Wenn auf dem Bildschirm der Bereich direkt unter der schwarzen Linie die den Boden anzeigt, das Echolot einen relativ großen Bereich grau anzeigt, so ist der Boden hart. Sollte der Boden schlammig oder von Kraut bedeckt sein, so zeigt das Echolot lediglich einen sehr kleinen Bereich grau an. Harter Boden reflektiert die Schallwellen des Gebers stärker als z. B. schlammiger Boden.

 Ein Tennisball, den Sie gegen eine Betonmauer werfen , wird Ihnen wieder entgegen geflogen kommen, hingegen ein Ball, den sie gegen Ihre Gardinen werfen wird nicht zurückkommen, es sei denn natürlich hinter den Gardinen befand sich eine Wand. Bei Echoloten mit der Grayline – Funktion wird man also erkennen können, ob der Gewässerboden hart oder weich ist. Sollte sich Kraut am Boden befinden, das manchmal bis zur Wasseroberfläche reicht, so zeigt das Echolot eine dünne schicht Grayline unter der scharzen Linie, die den Boden signalisiert, an und das Kraut wird in Form von schwarzen Linien in Richtung Wasseroberfläche, je nach Dichte, gut auf dem Bildschirm zu erkennen sein. Die Graylinefunktion kann einem somit beim Auskundschaften des Gewässers vom Boot mit dem Echolot wichtige Informationen im Hinblick auf die spätere Präsentation des Hakenköders geben. Ist der Gewässerboden beispielsweise mit einer dünnen Krautschicht bedeckt, so empfiehlt es sich mit einem Pop Up zu fischen, der auf der Krautschicht aufliegt, wo er für den Karpfen leichter auffindbar sein wird, als wenn er in der Krautschicht versinken würde. Eine Stelle mit hartem Boden, kann an einem Gewässer, an dem der Grund größtenteils schlammig und weich ist, ein idealer Platz für das Auslegen des Hakenköders sein.
Dank der Graylinefunktion lassen sich solche Stellen problemlos ausfindig machen. Karpfen reflektieren normalerweise die vom Transducer ausgesandten Schallwellen sehr gut und man kann daher den oder die Fische gut auf dem Bildschirm erkennen. Zum einen schwimmen Karpfen meist sehr langsam, zum anderen haben sie einen großen Rücken und eine große Schwimmblase, die die vom Geber ausgesandten Schallwellen gut reflektiert. Fische mit großen Schwimmblasen, reflektieren die Schallwellen sehr gut, da die Schallwellen die Luft in der Schwimmblase nicht durchdringen und somit wieder zurückkehren. Es ist nicht möglich mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen, daß es um karpfen handelt, wenn Sie einen oder mehrere Fische in Bodennähe auf dem Bildschirm haben, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß. Hechte oder Zander sind Einzelgänger und schwimmen nicht in Schwärmen umher. Ein Weißfischschwarm erscheint auf dem Bilschirm des Echolotes als eine Art schwarze Wolke im Mittelwassser. Wenn man nun die Funktion Fischidentifikation eingeschaltet hat, so erhält man auf dem Bilschirm meist Fischsymbole in drei bis vier verschiedenen Größen, da das Echolot in diesem Modus lediglich das Vorhandensein von Fischen registriert und daher auf dem Bildschirm die Fischsymbole anzeigt. Wenn also ein Gruppe von kleinen Fischen (Weißfischen) dicht beisammen schwimmt, so wird das Echolot , sofern die Fish ID Funktion eingeschaltet ist , ein oder zwei große Fischsymbole anzeigen.
Es ist daher empfehlenswert sobald man Fische ausfindig gemacht hat die Funktion Fish ID auszuschalten und sich das Ganze im normalen Modus nochmals anzuschauen, um festzustellen, ob es sich um einen großen Fisch oder lediglich um einzelne kleine handelt. Einzelne kleine Fische geben meist ein sehr schwaches Signal ohne Grayline ab. Wenn die Funktion Fish ID ausgeschaltet ist, so erscheinen große Fische als Bögen auf dem Echolotbildschirm. Je größer und dicker der Bogen, desto größer der Fisch. Bei einem Karpfen von über zwanzig Pfund wird auf dem Bildschirm im Bogen meist etwas Grayline zu sehen sein. Bedenken Sie stets, daß in flachem Wasser ein kleiner Fisch ein deutliches stärkeres Signal abgibt, als er es in tiefem Wasser tun würde. Beim Modell Ultra Classic von der Firma Eagle und dem X – 65 von Lowrance gibt es eine Funktion, die sich Split – screen nennt. Mit ihr kann man den Bildschirm zweiteilen. Auf der linken Bildschirmhälfte hat man dann die Möglichkeit ein Objekt zwei oder vierfach heranzuzoomen bzw. zu vergrößern, was eine noch genauere Betrachtung beispielsweise eines Hindernisses am Gewässerboden ermöglicht. Auf der rechten Bildschirmhälfte sieht man weiterhin die normale Bildeinstellung von der Wasseroberfläche bis zum Gewässerboden.

Diese Funktion ist vor allem beim Absuchen einer größeren Wasserfläche sehr interessant, da man sowohl einen Detail – , als auch den Gesamtüberblick von der Unterwasserwelt hat. Heutzutage ist eine Vielzahl von Echoloten auf dem Markt erhältlich und es stellt sich die Frage, welches Modell für den Karpfenangler am besten geeignet ist. Die wichtigste Funktion bei einem Echolot ist die Grayline, da sie dem Angler wichtige Informationen über die Beschaffenheit des Gewässerbodens, etc. gibt . Ein großer Bildschirm von mindestens 100 Pixels, der für eine gute Auflösung sorgt, ist zu empfehlen. Ein Transducer von 192 KHZ / 20 Grad reicht völlig aus, um auch den größten französischen Stausee auskundschaften zu können. Empfehlen kann ich das Modell Ultra Classic der Firma Eagle und das X- 65 der Firma Lowrance. Schon seit einiger Zeit verwende ich das X- 65 Lowrance und es ist meiner Meinung nach das derzeit beste Echolot für den Karpfenangler. Die Bedienung ist einfach. Hat man einmal seine Einstellungen gewählt speichert das X – 65 diese beim Abschalten automatisch ab, so daß man nicht jedes Mal wieder lange rumhantieren muß, wenn man das Echolot wieder einschaltet. Das X- 65 ist in einer komplett deutschen (Menü-) Version erhältlich und somit auch etwas für diejenigen, die mit der englischen Sprache Probleme haben. Der Bildschirm hat 160 vertikale Bildpunkte, was eine ideale Auflösung der vom Transducer empfangenen Signale garantiert. Ob ich nun am Rhein oder an einem großen See in Frankreich angle, mein Echolot habe ich immer dabei, da es mir innerhalb von kürzester Zeit, bei verhältnismäßig geringem Aufwand, eine Vielzahl wichtiger Informationen über das jeweilige Gewässer geben kann, die mir wiederum helfen Fische zu fangen.

Christian Finkelde

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Ch. Finkelde / www. carpgate.de

Autor dieses Artikels
Profilbild

ArturO

Der Rhein als Hausgewässer ermöglicht es mir auf diverse Fried- und Raubfische zu angeln. Wenn ich nicht angle bin ich höchstwahrscheinlich im Kino oder genieße eine gute Folge meiner Lieblingsserien.
Partner
www.angler-oase.de
Bewertung dieses Artikels
(408 Stimmen, Durchschnitt: 5,76 von 10)
1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne
Loading...

Ein Gedanke an “Das Echolot

  1. unnamed

    kann die vorgeschlagenen modelle nicht finden
    hallo,

    finde den beitrag echt hilfreich :! jedoch kann ich die vorgeschlagenen modelle nicht finden. habe eine weile gegoogelt und konnte zwar einige finden, jedoch keine mit genau dieser bezeichnung. wäre nett, wenn ihr einen link hineinstellen könntet ;-)

    danke und petri!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

:bye: 
:good: 
:negative: 
:scratch: 
:wacko: 
:yahoo: 
B-) 
mehr...