Jan Gutjahr X-Blade

Als Anfang 2008 der neue Stollenwerk Katalog ins Haus flatterte, war die Hoffnung bei mir groß, endlich eine geeignete Spinnrute auswählen zu können um diese die kommende Saison ordenlich auf Herz und Nieren testen zu dürfen. Gesagt, getan. Nach eingehenden Studium und Preis Leistungsvergleichen fiel die Wahl auf die noch relativ unbekannte Marke Jan Gutjahr, benannt nach ihrem Schöpfer Herrn Gutjahr, Model X-Blade. Wenige Tage nach der Bestellung über den Händler meines Vertrauens bekam ich die Rute auch schon geliefert.

Erster Eindruck:
Die Rute sieht echt stylisch aus, wie man so schön sagt. Der Zweiteilige Griff aus Kork und Duplon machen optisch wirklich was her. Auch die Abschlussringe, die so genannten Winding Checks sind vorhanden, was nicht selbstverständlich bei Ruten dieser Preisklasse ist. Beim in die Hand nehmen fällt sofort das geringe Gewicht und das starke Rückrat auf. Ideal also um lange und ermüdungsfrei mit Wobblern, Gummis und Co. den Räubern nachzustellen.

Technische Daten:
2,75m lang, Gewicht 238g; Wurfgewicht 30-75g

Eigenschaften/Ausstattung:
Sehr schöne und schnelle Rute, ideal fürs Gummifischen. Aber auch bei anderen Arten des Spinnfischens macht die X-Blade eine sehr gute Figur. Man spürt (eine geflochtene Schnur vorausgesetzt) wirklich jeden Hüpfer den der Gummifisch macht im Handgelenk. Auch der Bodengrund lässt sich anhand der Schwingungsübertragung über das Handgelenk erahnen. Im Drill spielt die X-Blade ihre ganzen Kraftreserven souverän aus. Selbst kleinere Fische liefern an der Rute noch einen schönen Drill, was auf die gute Aktion zurück zu führen ist. Besonders erfreulich ist auch das Vorhanden sein einer Hakenöse. Der Schriftzug der Rute ist auf einer Kevlar-Carbonmatte verewigt und macht optisch schon was her. Die Rute besitzt insgesamt 9 Ringe von guter Qualität und ausreichender Größe um auch gute Wurfweiten zu erreichen

Verarbeitung:
Die Verarbeitung war bei meinem Modell (hoffentlich nicht bei allen anderen auch….) etwas nachlässig. Wie man auf den Bildern erkennen kann, ist der Zapfen etwas zu dünn, so dass nach dem zusammen stecken der beiden Teile etwas weniger als 0,5cm Platz nach unten hin zum Handteil bestanden. Je nachdem wie häufig man die Rute benutzt bzw. zusammen steckt und dann wieder teilt schleift sich der Zapfen recht zügig ab…und was dann? Das ist ein Detail das mich doch etwas verärgert hat, selbst bei günstigeren Ruten haben die meisten Zapfen nach unten hin mindestens noch 1-2cm Platz, je nach Rutenmodell. Auch der Vorgriff aus Kork ist nicht wirklich der Renner. Der Kork war bei meinem Modell von minderer Qualität und bereits massiv gespachtelt. So kam es dann auch, dass sich nach einem Regentag am Wasser das Korkstück in einen hässlichen Schweizer Käse verwandelte. Das spricht nicht gerade für Qualität. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich das Korkstück ebenfalls gegen Duplon austauschen.

Die Steckverbindung ist wenn man mal von dem zu schlanken und kurzen Zapfen absieht von guter Qualität. Das weibliche Stück besitzt einen Metallring, der es davor schützt, zu Splittern. Außerdem sind die ersten ca. 5cm mit einer Kevlar-Carbonmatte verstärkt. Sehr schick….Die Titan Winding Checks sind leider nur dürftig festgeklebt und nicht, wie bei anderen Firmen, mit einer Windung und etwas 2-Komponentenkleber gesichert. Das hatte bei mir zur Folge, dass die Ringe nach einiger Zeit lustig auf dem Blank umhersausten wie es ihnen gerade passte. Etwas nervig wird das beim Gummifischen….ständiges Geklackere wenn die Winding Checks aneinanderrasselten verwirrte nicht nur meine Mitangler….Der Rollenhalter selbst wirkt etwas grazil und zerbrechlich…mal sehen wie lange er durchhält. Die Ringwicklungen selbst sind sauber und gut mit Lack versiegelt.

Test:
Der Testzyklus erstreckte sich über fünf Monate in denen ich ca. 60 mal mit der Rute am Wasser war. Die meiste Zeit wurde die Rute zum Wobbeln und Gummifischen hergenommen, manchmal auch als Lotrute. In der Zeit gab sie sich, abgesehen von der Verarbeitung, keinerlei Mängel. Weder beim Drillen noch beim Werfen. Es wurde Forellen bis 50cm, Hechte bis 90cm und Zander bis 74cm mit der Rute gefangen. Selbst größere Fische stellen kein Problem dar, passende Bremseinstellung vorausgesetzt.

Fazit:
Nun, ich mag diese Rute wirklich, der Blank ist meines Erachtens nach genial für diese Preisklasse. Aber die Verarbeitung der Rute ist, sorry, nicht wirklich angemessen für ein Qualitätsprodukt. Kann wie gesagt sein, dass dies nur bei meiner Rute so war, was ich natürlich bedauere. Aber mit etwas Eigeninitiative kann man daraus eine wirklich sehr gute Rute machen. Das mit dem Kork ist sehr ärgerlich, da man für einen regulären Wechsel des Vorgriffs auch den Leitring entfernen muss. Vielleicht kann ich das umgehen, indem ich den Duplon den ich anstelle des Korks einsetzen werde, längs schlitze. Mal sehn.

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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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