Standard Bottom Bait Rig

Mindestens genauso wichtig wie ein guter Köder, ist ein hochwertiges und vor allem richtig arbeitendes Vorfach. Ich habe daher eine step by step Bauanleitung für ein einfaches Rig zusammengestellt, um zu zeigen, worauf beim Binden zu achten ist um ein optimales Resultat zu erzielen. Das gezeigte Rig ist mein Standard-Rig für Bodenköder aller Art und kann bei Bedarf schnell abgewandelt werden. Dazu kommen wir jedoch später.

Wir wollen nun den Bindevorgang Schritt für Schritt besprechen.

1) Von der Spule schneidet man ein Stück Vorfachmaterial, die Länge richtet sich nach der gewünschten Endlänge des Rigs. In meinem Fall verwende ich ca, 35 bis 40 cm um keine Probleme beim Knoten zu bekommen. Besser zu lang als zu kurz, wegschneiden kann man immer was… Verwendet man ein beschichtetes Vorfachmaterial, wird auf einer Seite die Beschichtung entfernt. Dabei sollte man sich überlegen, welche Länge später das Haarvorfach ungefähr haben soll. Bei Ködern von 16 bis 20 mm entferne ich rund 15 cm der Beschichtung, eine Feineinstellung erfolgt später.
Auf das unbeschichtete Ende kommt ein kleiner Gummistopper. Er soll später dazu dienen, harte oder mehrteilige Köder (Boilieschneemann, Maiskette…) zusammenzuhalten. Jetzt knoten wir eine möglichst kleine Schlaufe an das Ende.

2) Als nächstes nehmen wir ein 3-5 mm langes Stück Silikonschlauch (möglichst dünn) und schieben es auf das beschichtete Ende des Vorfaches. Spitze voraus zieht man den Schlauch nun auf den Haken. Dies geht recht einfach, da man sich nur schwer in der Vorfachbeschichtung verfängt. Beim Einfädeln zeigt die Hakenspitze in Richtung Haar-Ende.

3) Nun schieben wir den Haken nach unten zum Haar. Den Silikonschlauch platzieren wir im unteren Drittel des Hakenbogens. Dadurch wird der Schwerpunkt des ganzen Systems später sehr tief sitzen. Dies bewirkt, dass sich der Haken im Zusammenspiel mit dem Line Aligner (kommt später) blitzschnell im Fischmaul ausrichtet sobald der Fisch den Köder im Maul hat. Die Folge ist ein absolut sicheres Greifen des Hakens in der Unterlippe. Mit Hilfe eines Stück Blockpapier kann man schnell Die Länge des Haares einstellen, der Silikonschlauch hilft dabei fixierend. Man kann auch den späteren Hakenköder auf das Haar ziehen und es dann ablängen. Zwischen Hakenbogen und Ködergröße sollte je nach Situation und Ködergröße ein Abstand von 5-20 mm sein. Dies erschwert es dem Karpfen den Köder wieder auszublasen, bzw. erschwert das Erkennen des Hakens beim Einsaugen.
Das gezeigte Rig wird gerade für eine Ködergröße von 16 mm eingestellt.

4) Das Vorfach wird jetzt mit dem „Knotless-Knot“ am Haken fixiert. Mit der Anzahl der Windungen am Hakenschenkel kann man noch ungefähr einstellen, wie lange der unbeschichtete Teil des Vorfaches vor dem Öhr sein soll. Bei mir sind das immer rund 5 cm. Damit ist der Köder flexibel und erweckt weniger Misstrauen beim Einsaugen. Sollte man zu wenig von der Beschichtung entfernt haben, kann man vorsichtig mit den Fingernägeln oder einer Hakenspitze die Beschichtung korrigieren. Der Knoten sollte mindestens 7 Wicklungen enthalten.
Über das Hakenöhr schiebt man einen Schrumpfschlauch. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass der Schrumpfschlauch 1-2 mm über die Knotenwindungen drüber reicht. Vor dem Öhr sollte der Schrumpfschlauch je nach Hakengröße 1-2cm überstehen (Achtung bei der Abschätzung für den beschichtungsfreien Bereich!) Nach dem Schrumpfen macht dies das Rig haltbarer und robuster, der Schlauch kann sich nicht mehr lösen und behält seine Form.

5) Abgeschlossen wird das Rig durch einen steifen Gummi-Abstandhalter der das Rig beim Wurf von Blei und Schnur fernhält. Gleichzeitig dient er als Sicherung für Quick-Change Verbindungen oder wirbel – je nach Belieben. Jetzt wird die endgültige Länge des Vorfaches bestimmt.

6) Nun wird es Tricky… Der Schrumpfschlauch muss richtig geformt werden. Dazu bringt man in einem Topf oder noch besser in einer Teekanne Wasser zum Kochen. Wichtig ist, dass man einen schönen Dampfstrahl erhält. Beim Topf erreicht man das, indem man den Deckel so schiebt, dass der Dampf des kochenden Wassers nur durch eine kleine Lücke entweichen kann.
Das Schrumpfen des Schlauches erfolgt in 2 Schritten. Als erstes wird der schlauch gestreckt geschrumpft. Man achte darauf, dass der Schrumpfschlauch überall zusammengezogen wird, vor allem im Bereich des Knotens. Der Schrumpfschlauch kann in diesem Schritt sogar leicht nach oben zeigen! Im nächsten Schritt kommt das Feintuning.

Als nächstes hält man die ersten Millimeter des Schrumpfschlauches in den Dampf. Mit Hilfe des Vorfaches wird der aufgeweichte Bereich vorsichtig nach unten gezogen, ungefähr auf Höhe der Hakenspitze. Fertig ist der Line Aligner – vermutlich der wichtigste Teil des Rigs! Hier sollte man wirklich genau arbeiten.

Hier sind ein paar fertige Ausführungen in verschiedenen Hakengrößen:

Man sieht hier deutlich den beschichtungsfreien Bereich vor dem Haken. Dieser Bereich ist flexibel, der beschichtete Bereich bleibt etwas steifer und wirkt Verwicklungen bestens entgegen. Mit den Größenordnungen kann man je nach Situation variieren.

Viele werden sich über die eigenartige Form meiner Line Aligner wundern. Bestückt man allerdings das Haar mit einem Köder und macht den berühmten Handflächentest, wird man feststellen, dass der Haken aus jeder Lage (auch Spitze nach oben) sofort beim geringsten Zug überdreht und es unmöglich ist, den Haken ohne zu fassen über die Handfläche zu ziehen!! Ich bin mir sicher, dass dies maßgeblich zum Erfolg beiträgt.

Wie bereits gesagt fische ich an diesem Rig hauptsächlich Bodenköder. Mittels kleinen Bleigewichten kann man das Vorfach noch zusätzlich beschweren um es flacher auf dem Grund zu halten oder um den Haken noch aggressiver drehen zu lassen. Bei vorsichtig beißenden Fischen lässt sich so doch noch der ein oder andere Moosrücken festnageln. Bringt man an einem längeren Haar ein Bleischrot an, kann man dieses System auch als „KD“ Rig mit PopUp fischen. Auch dies ist gerade an heiklen Gewässern oder schweren Tagen immer einen Versuch wert. So lässt sich schnell eine Reihe an Rigs vorbereiten, auf die man in jeder Situation vertrauen kann.

Viel Spaß beim Nachbauen und
***TIGHT LINES***
Thomas

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ArturO

Der Rhein als Hausgewässer ermöglicht es mir auf diverse Fried- und Raubfische zu angeln. Wenn ich nicht angle bin ich höchstwahrscheinlich im Kino oder genieße eine gute Folge meiner Lieblingsserien.
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