Ammersee

Der Ammersee ist ein 4700ha großer See mitten im Alpenvorland, süd-westlich von München gelegen. Er ist 16 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 6 Kilometer breit. Die maximale Tiefe beträgt 81,5 Meter. Der Fischbestand setzt sich im Prinzip aus allen heimischen Fischarten zusammen, besonders erwähnenswert sind aber folgende Arten : Renke, Seeforelle, Hecht, Barsch, Saiblinge, Zander,Aal, Brachsen und Weißfische. Karpfen und Schleien kommen nur vereinzelt vor. Auch die Kartenpreise können sich sehen lassen. Die Wochenkarte kostet im Moment 10 Euro, die Monatskarte kostet 36 Euro. Die Jahreskarte je nachdem ob man mit Hegene oder einfach nur mit Naturködern fischen will, kostet zwischen 83 und 100 Euro. Also alles in allem nicht viel Geld wenn man bedenkt was da alles drinnen schwimmt. Die Karten sind erhältlich direkt in Herrsching bei der Fischerei Schlamp, Seepromenade 11, Tel.: 08152-3554. Ebenso wie bei S. Perchtold, Breitbrunn, Tel.: 08152-6324. Um nur einige wenige Adressen zu nennen. Es gibt auch Segelschulen an denen man Fischereikarten erwerben kann. Unter http://www.ammersee-region.de/angeln.html findet man auch einige Adressen. Für alle Jungangler die über kein Auto verfügen ist der Weg zum Ammersee auch kein allzugroßes Problem. Direkt in Herrsching, ca. 200m Luftlinie vom See entfernt hält eine S-Bahn. Auch sonst ist der See problemlos zu erreichen, es gibt eine Menge Parkplätze, besonders in der Nähe der Badestrände. Das hat zur Folge das man im Sommer besser nicht während der heißen Tageszeit fischen sollte, es sei denn man legt es auf nen Streit mit den Badegästen an.
Die beste Fangzeit ist ohnehin der Abend. Die Uferangelei ist in den letzten Jahren aus eigener Erfahrung auf der Ostseite bei Herrsching immer schlechter geworden. Wie es auf der anderen Seite aussieht kann ich nicht sagen. Das Einzige was wirklich immer und überall beißt, sind Brachsen. Egal ob auf Wurm, Mais, Spinner oder Twister. Ebenfalls sehr problematisch ist die Tatsache das es außerhalb von Buchten auf der Ostseite sehr schwer ist den Köder weit genug rauszubringen, so das ihn die Fische auch finden. An den meisten Uferpartien geht es mehr als mehr als 30m flach hinaus bevor die erste Scharkante kommt. Angeltechnisch interessant sind vor allem die Barsche, da diese wenn sie erstmal da sind (meist am Mitte Mai, bzw. Anfang Juli) ziemlich leicht zu fangen sind. Besonders gut gehen sie auf kleine Spinner und Gummiköder, vom Wurm mal ganz zu schweigen. Einfach mal an den Bootsliegeplätzen versuchen, da stehen auch richtige Dickmänner.
Was anderes ist´s wenn man ein Boot zur Verfügung hat. Damit lassen sich auch weiter entfernte Hot Spots sowie die empfehlenswerten Barschberge abfischen. Ist man aber auf die Uferangelei angewiesen, so sollte man nach Einflüßen Ausschau halten. In Herrsching gibt es zwei Einflüße, den Fischbach und den Kienbach. Ich für meinen Teil würde den Fischbach vorziehen, da dieser eine natürliche Verbindung zu einem anderen sehr gut besetzten Gewässer darstellt. Im Sommer stehen am Auslauf viele Zander, Barsch, vereinzelt Hechte und Waller. Einem Freund gelang vor wenigen Jahren mal der Fang einer kleinen Äsche am Auslauf.
Aber der Ammersee hat auch seine Schattenseiten. Seit sich am Südende Kormorane im Vogelschutzgebiet eingefunden haben, geht es mit dem Fischbestand kontinuierlich bergab. Viele der Berufsfischer am Ammersee haben ihr Haupteinkommen mittlerweile auf andere gewerbliche Sektoren verlegt, da es einfach nicht mehr möglich ist, genügend Fische aus dem See zu fangen, um davon zu leben. 

Die Angelfischerei ist nicht überall erlaubt. Auf dem Bild stellen die schraffierten Bereiche Schongebiete dar, in denen auf keinen Fall gefischt werden darf. Des weiteren darf man keine gewässerfremden Köderfische benutzen. Von Fischereigeräten (netzten) muss man einen mindestabstand von 20m halten. Schonmaß Karpfen 35cm, Schleie 30cm, Seeforelle 50cm. Der Hecht genießt im See keine Schonzeit. Vom 1.12. bis zum 14.4. darf nur vom Ufer aus gefischt werden. Das Fischen auf Stegen ist nur mit schriftlich vorliegender Erlaubniss des Inhabers gestattet. Eisfischen ist verboten, ebenso das Fischen von einem fahrenden Segel, Elektro- oder Motorboot aus. Das Fischen ist vom 1.1. mit 30.4. und vom 16.10. mit 31.12. von 8 Uhr früh bis 1,5h nach Sonnenuntergang gestattet. Vom 1.05. mit 15.10.10. von 6 Uhr morgens bis 1,5h nach Sonnenuntergang. Ausnahme Aalfischen ist bis 1 Uhr nachts gestattet.

Allerdings sei gesagt das viele Angler diese Regeln am Ammersee nicht besonders ernst nehmen. Das liegt wohl daran, dass so gut wie nicht kontrolliert wird. Auch Jungfischer haben es nicht immer einfach sich gegen den einen oder anderen Alten Hasen zu behaupten. Da gibt es z.B. so scherzkekse die einem nicht ernst nehmen wenn man ihnen eine freundlich gemeinte Frage stellt. Einen besonders kreativen Kopf traf ich mal an einem (trotz Verbot) Dampfersteg an. Damals war ich erst 15 Jahre alt und kannte mich noch nicht so gut am See aus. „ Petri Heil, geht schon was?“—„Joah, hab haid schoo moane zworad Seefroin gfanga“—„Wow, seit wann angeln sie denn“—„ Mai Burschi, ich anglt schon, da warst du no nedamoi flüßig“. Charmater alter Kerl, nicht wahr? Aber wenn einem solche Kommentare nichts ausmachen (und das sollten sie nicht, denn solche alten Schnappsnasen gibt’s überall) kann das Angeln hier schon sehr amüsant sein. Ich möchte nicht behaupten, dass alle alten Männer die Angeln unfreundlich sind, das bei weitem nicht, aber es gibt immer schwarze Schafe. Drei hab ich mittlerweile schon kennengelernt. Besonders empfindlich reagieren diese darauf, wenn ihnen ein Jungangler die Show stiehlt indem er mehr fängt als sie. Aber es gibt sie auch hier noch, die netten Senioren, die schon seit vielen Jahrzehnten am Ammersee fischen und dem Neuling den einen oder anderen wertvollen Tipp geben.

Angelurlaub in Bayern am Ammersee…

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