Einzelhaken mit großem Öhr – Ein Resümé

Das Thema Einzelhaken (mit großem Öhr) beschäftigt mich schon seit einigen Jahren. Allerdings, das muss ich hier auch ganz klar sagen, anfangs nicht unbedingt freiwillig. Hintergrund ist, wie bei vielen Anglern eben auch, die Einschränkung seitens des Vereins. Gerade an Salmonidengewässern ist es durchaus die Regel denn die Ausnahme mit Einzelhaken zu fischen. Vermutlich hat man sich hier bei den Fliegenfischern orientiert. Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass ein Fisch bei der Verwendung von Einzelhaken in der Regel weniger Schaden nimmt als bei der Verwendung von Drillingen. Aber allgemein haben wir in diesem Land die „Entnahmepflicht“, sprich jeder maßige und nicht geschützte Fisch muss der Verwertung oder einem anderen „sinnvollen“ Zweck zugeführt werden. Dem Gesetzgeber kann es aus diesem Blickwinkel egal sein ob wir mit Einzelhaken oder Drillingen fischen da das Ende vom Lied für den Fisch bereits vor seinem Fang, immer vorausgesetzt der Fisch erfüllt hinsichtlich Schonzeit und Schonmaß die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen, feststeht. Allerdings kann der Angler von vorn herein nur wenig tun, um Beifang wie Döbel oder untermaßige Forellen zu unterbinden. Aus diesem Blickwinkel heraus, hat der Einzelhaken dann doch wieder seine Daseinsberechtigung.

Ich selbst fische mittlerweile seit mehr als einem Jahrzehnt mehr oder weniger erfolgreich mit Einzelhaken an unserem Salmonidengewässer. Zeit also, ein kleines Resümee zu ziehen.

  • Fehlbissquote: Die Kritiker führen an, dass der Einzelhaken vermehrt zu Fehlbissen führt und die Forellen sich leichter abschütteln können. Das kann ich meiner Erfahrung nach definitiv verneinen. Aufgrund der Form von Einzelhaken wage ich sogar zu behaupten, dass ein Einzelhaken, sofern er ordentlich gegriffen hat, dem Drilling in puncto Aussteigerzahl überlegen ist.
  • Fischschaden/Waidgerechtigkeit: Ein Einzelhaken lässt sich fast immer einfacher lösen als ein Drilling, gerade bei kleineren Fischen kann es vorkommen, dass ein Drilling das Maul komplett vernagelt und alle Fluken gefasst haben. Hier ist es alles andere als leicht das Eisen wieder aus dem Fischmaul zu entfernen. Das ist weder für uns besonders angenehm noch für den Fisch wobei man ganz klar sagen muss, die Arschkarte hat hier der Fisch gezogen. Um lange und umständliche Operationen zu vermeiden, sollte man also auch hier dem Einzelhaken den Vortritt geben.
  • Andere Fischarten: grundsätzlich ist der Einzelhaken in der Spinnfischerei dem Drilling dann überlegen oder zumindest ebenbürtig wenn auf Fischarten gefischt wird, welche über ein weiches bzw. ledernes Maul verfügen. Bei Hechten und Zandern allerdings würde ich beim Kunstköderangeln definitiv dem Drilling den Vorzug geben.

Qualität: Die Qualität bei den Einzelhaken ist ein Thema für sich. Ich habe sehr sehr sehr lange gesucht bis ich etwas „passendes“ gefunden hatte. Erstaunt war ich vor allem über die hohen Preise. Kauft man sich Qualitätsprodukte von Firmen wie Owner und Gamakatzu ist man schnell mal 3€ pro Packung los…und da sind dann noch nicht mal 10 Stück drin. Eigentlich eine ziemlich Frechheit…oder sollte man eher sagen „Eiskalte Berechnung“? Der Fachhandel hat mittlerweile mitbekommen, dass es hierfür einen Markt gibt und das sich hier ordentlich Marge machen lässt. Schade, dass man solche Haken nicht günstiger anbietet als vergleichbare Drillinge, sind sie doch auch für den Fisch von Vorteil. Aber einerlei, es ist wie es ist. Anfangs habe ich mit günstigen Haken aus China (kommen nicht eigentlich alle Produkte aus China???…) herumexperimentiert. Leider waren diese zwar scharf aber sehr dünndrahtig. Alles was größer war als ein Barsch konnte den Haken unter ungünstigen Voraussetzungen problemlos aufbiegen. Bei den kampfstarken Salmoniden musste ich jedes Mal zittern.

Erstaunt war ich, als ich vor einiger Zeit im Angelladen meines Vertrauens einige Päckchen Einzelhaken zu moderaten Preisen und in ordentlicher Dicke an der Auslagewand fand. Je nach Größe waren auch 10 Haken im Zipbeutel. Sehr erfreulich war auch die Schärfe der Haken. Um welche Marke es sich dabei handelt, konnte ich nicht herausfinden, es scheint wohl die „Hausmarke“ zu sein. Bei einem Preis von unter 2€ pro Packerl kann man nicht wirklich meckern. Bei den Größen ist alles von 2/0 – 8 vorhanden.

Im Onlineshop des Ladens konnte ich die Haken leider (noch???) nicht finden. Bei Interesse an den Haken könnt ihr euch an mich oder direkt an die Angler-Oase in Jesenwang wenden.

Autor dieses Artikels
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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
Partner
www.angler-oase.de
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