Laichzug der Barben

Eigentlich ist es doch sehr verwunderlich, dass es immer noch Barben in meinem Hausgewässer gibt. Der Fluss ist in der Regel zwischen 40cm und 100cm tief, mal von einigen Rinnen, Gumpen und Kolken abgesehen. Außerdem bietet er wenige Unterstände für die Fische. So begab es sich, dass nach dem Einfall von Gänsesägern und Kormoranen in den strengeren Wintern der 90ger Jahre immer weniger Barben und Nasen zu sehen und zu fangen waren.

Zugegeben, weder Nase noch Barbe stellen in meinen Augen einen guten Speisefisch dar, aber sie gehören nunmal zu einem gut funktionierenden Ökosystem dazu und erhöhen die Biodiversität.

Außerdem, das muss man hier mal ganz klar sagen, sind Barben einfach cool…oder rückständig?

Diese schon irgendwie urig aussehenden Fische mit ihren Barteln sind einfach liebenswert wenn man wieder mal aus Versehen beim Watfischen auf ein Exemplar tritt.

Irgendwie sehen sie aus als ob ein Karpfen mit einem Döbel Unzucht getrieben hätte.

Diesen Tieren fehlt der Fluchtinstinkt mehr oder weniger. Sie stehen da in der Strömung, schwänzeln fröhlich vor sich hin und lassen sich die Sonne auf den Rücken scheinen. Klasse. Das ist ein Leben. Zumindest so lange bis ein Kormoran vorbei kommt. Dann wars das. Ende im Gelände.

Bei einem meiner Streifzüge im Juli konnte ich von einem Baum aus diese Aufnahmen machen.

Dort standen geschätzte 80-90 Exemplare von Barbus Barbus um einen umgestürtzten Baum herum in der Strömung.

Immer wieder konnte man die eine oder andere Flanke blitzen sehen wenn sich die Tiere scheinbar mühelos in der Strömung bewegten und ab und ab ihre Körper an einem Stück Holz schubberten.

 

Es sieht fast so aus, als ob die Schutzmaßnahmen des Vereins und der Jäger mittlerweile langsam anfangen würden, Früchte zu tragen.

Zwar sehe ich ab und an noch Kormorane an meinem Hausgewässer, allerdings ist die Zahl zumindest im Sommer etwas zurückgegangen. Sofern möglich halten sich diese aktuell lieber an den größeren Seen der Umgebung auf. Leider gilt dies nicht für den Gänsesäger. Der scheint ein Faible für Fließgewässer zu haben.

Vor allem die größeren weiblichen Tiere machen den flossentragenden Bewohnern kleinerer bis mittlerer Fließgewässer das Leben schwer.

Leider haben wir in Deutschland nur sehr wenige Predatoren die den Bestand der Gänsesäger kurz halten könnten. Zu Ihnen gehört z.B. der Baummarder.

Die Nahrung des Gänsesäger besteht in der Regel aus kleineren Fischen bis 10cm Größe. Allerdings kommt es schon Mal vor, dass auch ein größeres Exemplar seinen Weg in den Magensack findet.  Besonders die hierzulande ohnehin schon seltenen Äschen leiden unter dem Frassdruck des Gänsesägers. Ein interessantes Dokument hierzu findet man hier. Am signifikantesten sind die Aussagen, dass an zwei Gewässerabschnitten die Äschenpopulation miteinander verglichen wurde. In einem Abschnitt wurde der Vogel regelmäßig vergrämt, im anderen Abschnitt nicht.

 In einem der beiden Abschnitte war die Äschenpopulation nach einiger Zeit um den Faktor fünf im Vergleich zum anderen Abschnitt dezimiert worden.

Nun ratet mal in welchem der beiden Abschnitte dies der Fall war….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.