Boilieherstellung – Der Weg zur Kugel

Ich geb mir die Kugel – Boilieherstellung!

Bevor ich auf die Rezepte eingehe, werde ich im folgenden Artikel etwas zur Herstellung der kleinen Wunderkugeln sagen. Früher, zu meiner Anfangszeit, war bei der Herstellung noch Handarbeit angesagt, d.h. der Teig wurde von Hand in Kugelform gebracht. Das war nicht nur verdammt aufwendig sondern hatte auch noch den Nachteil, dass die Boilies nie ganz rund wurden, folglich ließen sie sich nicht genau mit dem Wurfrohr werfen. Soviel dazu.

Wer also anfangen möchte Boilies selber zu rollen, wird um die Anschaffung eines Boiliesrollers (auf boilinesisch: Rolling Table) nicht herum kommen. Die Dinger sind je nach Größe im Fachhandel (oder ebay!!) für ca. 19 Euronen (die großen Versionen) zu haben. Man sollte sich im Vornherein überlegen welchen Durchmesser man haben will, den dementsprechend richtet man sein Zubehör darauf ab. Ich persönlich habe mir zwei Mammutroller (14mm und 22mm) geholt, ebenso ein kleineres Rolling Table in 16mm. Wer kaum Zeit zum rollen hat, sollte eher auf ein 20mm Table zurückgreifen, da sich die großen Boilies mit wesentlich weniger Zeitaufwand herstellen lassen. Außerdem wirken große Boilies („Bigballs“) bis zu einem gewissen Grad sehr selektiv. Den 14mm Roller benutze ich nur, wenn ich genügend Zeit habe und die kleinen Boilies dann zum Anfüttern verwende. Der nächste wichtige Gegenstand in der Ausrüstung ist die Teigspritze (auch Baitgun genannt) mit der die Würstl gepreßt werden, die man auf den Rolling Table legt. Natürlich kann man den Teig auch von Hand in die entsprechende Form bringen, aber das ist Milimeterarbeit und wenn da was schief geht, nützt einem der Boilieroller auch nix mehr. Anstatt sich eine Baitgun im Fachhandel zu kaufen (verdammt teuer dort) habe ich mir im Baumarkt eine Kartuschenpresse gekauft. Wenn man sich das teure silberne Modell kauft, ist man gut beraten. Ich habe mir anfangs die billigen blauen Modelle gekauft. Diese waren seitlich offen und man mußte den Boilieteig erst in leere Silikonkartuschen füllen, bevor man Würste pressen konnte. Klar, dies ist die Sparversion, aber nicht jedem stehen genügend Finanzielle Mittel zur Verfügung.

Mittlerweile bin ich auf das hochwertige silberne Modell umgestiegen. Hier werden keine Kartuschen benötigt. Allerdings benötigt man diese geben Düsenaufsätze, mit denen man den Wurstdurchmesser beeinflußt. Einfach 2mm unter dem gewünschten Durchmesser bleiben, die Würste dehnen sich nachdem sie den lauf verlassen haben noch mal aus. Wer das blaue Kartuschenpressenmodell wählt schneidet einfach oben in die Kartusche ein Loch , ebenfalls 2mm unter dem gewünschten Wurstdurchmesser.

Nun zur Herstellung:Pro Kilo Trockenmischung braucht man ca. 10 Eier, je nach Mix. Ich für meinen Teil habe immer noch mehr Eier auf Vorrat, da ein zu trockener Mix bei der Verarbeitung spröde wird und sich sehr schlecht Verarbeiten läßt. Ersatzweise kann man auch Sonnenblumenöl dazu geben, dieses macht den Teig geschmeidig. Also die zehn Eier erst mal in eine große!! Schüssel schlagen, 10ml Flavour (Duftstoff) dazu geben und umrühren. Bei Bedarf kann hier auch Farbstoff zum färben der Boilies hinzugegeben werden. Nachdem alles gut verrührt wurde wird nun langsam der Trockenmix beigemengt, bis sich ein gut zu knetender Teig ergibt. Dieser ist dann Richtig von der Konsistenz her, wenn er nicht mehr an den Fingern klebt.

Dann wird der Teig in die Baitgun gefüllt und zu Würsten gepreßt. Diese können nun Wahlweise direkt auf dem Boilieroller gepreßt werden oder daneben. Bei den Mammutrollern kann man ca. drei Würste gleichzeitig rollen. Nach dem rollen müssen die nun hoffentlich runden Boilies in kochendes!!! Wasser gegeben werden. Je nach Durchmesser beträgt die Kochzeit zwischen 1 und 3 Minuten. Also je dicker desto länger müssen sie im Wasser bleiben. Gebt immer nur soviel Boilies ins Wasser, das noch garantiert ist, dass das Wasser noch kocht. Nicht zu lange kochen, sonst verabschiedet sich der Flavour. Nach dem Kochen müssen die Boilies getrocknet werden. Dies geschieht am einfachsten am Balkon. Nach ca. 24h sind die Boilies trocken. Wer seine Boilies allerdings sagen wir mal ca. 4 Tage lang trocknen läßt hat mehr davon, da diese nun härter sind und länger im Wasser halten. Nachdem die Boilies getrocknet sind, werden sie eingefroren. So sind die ca. ein Jahr haltbar.

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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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