Pfingst-Angel-Wochenende von Pete 2004

Sonntag, 30.5.2004 Der Wetterbericht immer mit seinen optimistischen Aussagen… von wegen Sonnenschein, naja auch egal jetzt ist es eh schon zu spät das ganze Abzusagen. Also alles im Kombi verstauen und ab Richtung Weiher. Um 11.30 lag er dann vor mir, doch der Anblick war alles andere als schön. Komplett zugewachsen das Teil. Überall Laichkraut und Hornkraut. Tja also mal den Platz inspiziert und dem Besitzer des Ufers meine Aufwartung gemacht. Dieser bekam wie jedes mal eine Flasche Wein als Bestechungsgeld sozusagen, dafür dürfen wir uns dann solange dort austoben wie wir wollen. Als das dann soweit geklärt war, ging es ans Aufbauen. Erstmal das Weekend Dream aufgebaut und den Winterskin drüber geworfen, anschließend alles mit Sturmleinen und Häringen abgesichert. Nur zur Sicherheit, das letzte Mal mußte ich nämlich mitten in der Nacht um 3 mein Zelt sturmsicher machen…. als dann das Zelt mit Inhalt aufgebaut war, ging´s an die Location. Am gegenüberliegenden Ufer ist das Wasser sehr flach und außerdem gibt’s dort einige Krautlöcher. Der Platz für die erste Rute war damit schon mal gefunden. Die zweite Rute sollte ihre einstweilige Ruhe im tieferen Wasser, ca. 1,4m, finden. Nachdem der schon angesprochene Krautbestand ein normales Fischen unmöglich machte, entschloß ich mich jeweils 4 Meter Schlagschnur vor meine Hauptschnur zu schalten. Außerdem müssen die Baits via Boot ausgelegt werden. Gesagt getan und bei der Gelegenheit gleich mal etwas angefüttert mit Mais und Boilies. Gegen 14.30 traf dann Arian ein. Nachdem er sein Zelt aufgebaut hatte, musste auch schon wieder weg, seine Geburtstagsfeier vorbereiten. Das war so gegen 16.30. Was macht der Angler wenn er alleine am Wasser ist?! Richtig, er bereitet sich auf alle nur denkbaren Situationen vor. Also begann ich Feuerholz zu sammeln und eine kleine Feuerkuhle auszuheben. Danach schnappte ich mir meine Wathose samt Fliegenrute und begab mich zu einer vielversprechenden Stelle außerhalb des Krautes. So kam es dann auch, dass ich innerhalb einer Stunde 8 Rotaugen und einen strammen Brachsen erbeuten konnte. Das Wetter hielt sich auch einigermaßen konstant. Die Wassertemperatur belief sich auf 15,6° und die Luft hatte angenehme 18,8°. Als Arian dann Abends gegen 19 Uhr wieder auftauchte hatte ich bereits das Feuer in gang gebracht und die ersten Grillwürste lagen auch bereits auf dem Rost. Das nenn ich Timing. Gegen 2 Uhr entschlossen wir und dann etwas an der Matratze zu horchen, wobei Arian´s Schnarchen sicherlich noch einige Kilometer weiter für Verwirrung gesorgt haben dürfte.

31.05.2004 Der Tag begann für mich recht früh. Um 4.49 fand ich den Weg aus meinen Schlafsack. Nach einer warmen Tasse Brennesseltees hatte ich Zeit das wunderschöne Morgenrot zu bewundern. Danach entschloß ich mich Arian´s Geschenke bereit zu stellen. Nachdem ich dies auch erledigt hatte, weckte ich das Geburtstagskind. Nach seinem Gesichtsausdruck zu schließen hat er sich über die Fliegenfischerausrüstung gefreut. Also auf zur nächsten freien Wiese und gleich mal ein paar Luftwürfe gemacht. Im Laufe des Vormittags entschlossen sich auch die beiden ortsansässigen Cousins Arian´s uns Gesellschaft zu leisten. Ab 11 Uhr war ich dann wieder alleine am Wasser. Also wieder das alte Problem mit der Langeweile. Lange Rede kurzer Sinn, ab in die Wathose und dann noch ne Runde Fliegenfischen. Insgesamt acht Rotaugen und drei Rotfedern. Der Rest des Nachmittags verlief sehr ruhig und harmonisch. Ich nutzte die Gelegenheit ein Bleßhuhnnest mit der nötigen Vorsicht zu besuchen. Diese possierlichen Tierchen sind bereits seit mehren Jahren an dem Weiher heimisch und haben uns schon eine Menge Unterhaltung geliefert. Als ich dann mit meiner Kamera kurz vor dem Nest stand, ging das Affentheater los. Das Männchen machte Anstalten mich zu Attackieren, während das Weibchen ein wütendes Gepiepe anstimmte. Also blieb mir nichts anderes übrig als den Rückzug anzutreten, vorher zählte ich aber noch schnell die Eier und machte einige Fotos. Insgesamt waren es neun!!! Eier. Verdammt fleißig die Viecher. Kaum hatte ich meine Wathose ausgezogen kam auch schon Anna, eine gute Freundin, vorbei. Sie angelt nicht, sondern ist nur auf der Suche nach etwas Erholung. Um 19 Uhr gab es dann noch einen kleinen aber heftigen Regenschauer, der es uns schwer machte das Lagerfeuer anzufachen. Trotzdem haben wir’s irgendwie geschafft. Gegen 21.40 Uhr kam auch Arian wieder dazu mit seinen Cousins und reichlich Essen. Nach einer ausgiebigen Völlerei zogen wir uns um ca. 24 Uhr in unsere Zelte zurück. Nur eine halbe Stunde später wurde ich aus meinen süßen Träumen gerissen. Leider war es nicht mein Bißanzeiger, sondern Arians. Kollegial wie ich bin ( Eigenlob stinkt !!!) hab ich mich dann doch aus meinem Schlafsack geschält und wurde Zeuge eines Bisamdrills. Leider kappte der Bisam nach ca. 5 Minuten die Hauptschnur. Enttäuschung und Erleichterung machten sich breit. Na egal alle Mann (und Frau) wieder ins Zelt und weiter schlafen.

1.06.2004 Gegen acht Uhr wurde ich durch das heftige Prasseln des Regens auf meinem Zelt geweckt. Hmm was also tun? Genau, rein in die Wathose Fliegenrute schnappen und raus ins Wasser. Das hätte ich letztendlich doch besser lassen sollen, außer einer verschnupften Nase konnte ich nichts fangen. Der Himmel war den ganzen Tag über mit Wolken gespickt, so das an Sonnenbaden nicht zu denken war. Morgens hatte das Wasser 15,2° und die Luft 12°. Nach einer kurzen Lagebesprechung fuhren Arian Anna und ich einkaufen. Nur das nötigste also „Packerlfutter“ und Würstl. Danach ging´s wieder ins Wasser, Schilf umpflanzen. Auf dem Rückweg durchs Kraut lies ich es mir nicht nehmen nochmals Fotos von dem Bleßhuhnnest zu machen. Mittlerweile waren drei Küken geschlüpft. Während ich die Gelegenheit wahrnahm, mich ausgiebig bei Arians Cousins zu Duschen, hielt klein Anna anscheinend ihren Mittagsschlaf. Der dauerte sage und schreibe von 13.30 bis 16.30……Wahnsinn! Die Wassertemperatur belief sich am Abend auf 16,1°, die Luft hatte 17,4°. Gegen 1 Uhr war es dann soweit, mein Bißanzeiger sang mein Lieblingslied. Also raus aus dem Schlafsack und Anhieb. Am anderen Ende konnte ich ein energisches Ziehen feststellen. Nach einem kurzen Drill landete ein schöner kleiner Spiegelkarpfen auf meiner Abhakmatte. Resultat : 59 cm und 6 Pfund schwer, verglichen mit dem was in dem Weiher so alles schwimmt ein Winzling aber immerhin….

2.06.2004 Um 4 Uhr wachte ich nochmals auf, als ich ein wohlbekanntes Piepen vernahm, leider war es nicht mein Bißanzeiger, aber ich hatte ja bereits einen Fisch, also trotzdem raus. Unserem jüngsten Mitglied Timon war es gelungen einen 52cm langen Spiegelkarpfen auf Boilie zu verführen. Das Besondere an diesem Fisch war der auffällig goldenen Hintern. Da es zu dunkel für Fotos war, wurde der Karpfen eingesackt und erst am nächsten morgen fotografiert. Um 5.40 wurde ich erneut aus meinen Träumen gerissen. Diesmal war es Arians Bißanzeiger der sich fast überschlug. Mittlerweile war es sogar richtig hell geworden. Arian stand da mit krummer Rute und versuchte den Fisch durchs Kraut zu pumpen. Nach einem kurzen Tauziehen saß der Fisch bombenfest. Scheiße! Also was tun? Gegen das Versprechen eines kühlen Bieres lies ich mich schließlich breitklopfen in meine Wathose zu steigen und dem Fisch entgegen zu waten. Plötzlich machte es Peng , die Schnur war gerissen. Während Julian sich noch abmühte mit dem Schlauchboot über die vermeintliche Position des Karpfens zu kommen, wollte ich, um mein Bier beraubt, schon wieder den Rückzug antreten. Als ich bereits fast wieder zurück war hörte ich Julian noch schreien, der Fisch habe sich an einer Wurzel verfangen und schwimme direkt unter dem Boot hin und her. Der Wille nach einem frischen Bier verlieh mir Flügel ;) ich rannte nur so übers Wasser. An der Stelle angekommen gelang es die abgerissene Hauptschnur zu fassen. Sie hatte sich anscheinend um einen recht dicken Ast gelegt und war daran gerissen. Was nun kommt ist immer wieder eine sehr prekäre Situation. Versucht mal einen Karpfen an einer zwei Meter langen Schnur mit der Hand zu drillen. Aua mehr sag ich nicht. Seltsamerweise wehrte sich der Fisch nicht so stark wie erwartet und es gelang ihn sicher über den Kescher zu ziehen. Was für ein Prachtkerl. Ein wirklich makelloser Schuppenkarpfen. Das Messen und Wiegen ergab 72cm und knapp über 16 Pfund. Herzlichen Glückwunsch Arian, your new Personal Best!!! Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken, also erstmal nen warmen Tee gemacht und gegen 8 Uhr Anna geweckt, da sie die einzige mit Auto ist. Gegen 9.30 holten wir meine Freundin von der S-Bahn ab. Danach war arbeiten angesagt. Mit Rechen und Harke bewaffnet rückten wir dem Kraut zu Laibe. Was für eine Drecksarbeit. Der Dauerregen machte das ganze auch nicht angenehmer. Danach nahm ich mir noch die Freiheit einige Landschaftsaufnahmen mit meiner Spiegelreflex Kamera zu machen. Wassertemperatur 12,4° Lufttemperatur 8,5° saukalt also. Auf Temperaturstürze reagieren Karpfen im allgemeinen sehr empfindlich, leider. Gegen Abend war das Licht am besten und wir machten die letzten Aufnahmen der Karpfen und entließen sie alle wieder in den Weiher. Gegen 19 Uhr wurde der Regen so stark, dass wir uns alle in die Zelte zurückzogen. Was die einzelnen Personen dort machten, läßt sich nicht nachvollziehen, aber ich bin sicher sie widmeten sich „kreativen und produktiven“ Aufgaben ;).

3.06.2004 Nichts als Regen. Ein echt übler Streich den uns das Wetter da wieder mal spielte. Durch Zufall entdeckte ich auf einer benachbarten Wiese einige schöne ca. drei bis vier Meter lange Bäume die der Bauer ausgerissen hatte, da sie zu weit auf den Weg ragten. Nach kurzer Rücksprache mit dem Bauern erhielten wir die Erlaubnis die Bäume für unsere Zwecke zu nutzen. Also zogen Arian und ich uns unsere Regenklamotten an und stapften los. Nach ca. zwei Stunden hatten wir über 80 Kg Bäume quer durch die Pampa geschleppt. Wir sahen aus wie zwei Wildschweine, über und über mit Dreck besudelt. Freundlicherweise stellte uns der Bauer auch gleich die Werkzeuge zur Verfügung mit denen wir die Bäume bei uns einpflanzen konnten. Durch diese sagen wir mal natürliche Tarnung ist es nun vom Feldweg her kaum noch möglich in unsere Zeltstelle zu sehen. Einfach genial. Als die Werkzeuge zurückgegeben wurden, kauften wir beim Bauern noch ein paar Eier und 5 Liter Milch ein.

4.06.2004 Der Tag begann für mich um 7.30 . Nachdem meine Freundin heute wieder nach Hause musste, verbrachte ich die erste Hälfte des Vormittags mit Packen und Umräumen. Als ich sie anschließend zum Bus brachte, begann es bereits wieder zu regnen. Als dann kurz die Sonne durchkam, nutzte ich die Gelegenheit einige Nahaufnahmen von diversen Libellen zu machen. Um ca. neun Uhr brach auch Arian sein Lager ab und mit ihm seine beiden Cousins. Der Weiher gehörte quasi mir alleine. Als ich im laufe des Nachmittags noch mal kurz mit der Wathose am Bleßhuhnnest vorbeischaute, waren nur noch 2 Eier übrig, die anderen waren bereits geschlüpft. Gegen Nachmittag zog der Himmel wieder zu und es begann heftigst zu regnen. In solchen Situationen ist man froh, ein absolut wasserdichtes Zelt zu haben. Nichts desto trotz versuchte ich ein Lagerfeuer in Gang zu bringen um mir noch etwas Stockbrot zu braten. Nach ca. 30 Minuten brannte das Feuer und ich kam doch noch zu meiner wohlverdienten!? Mahlzeit. Danach verzog ich mich ins Zelt zurück und begann in einem Survivalbuch zu lesen. Gegen 23 Uhr löschte ich das Licht.

5.06.2004 Der Morgen begann vom Wetter her wie der Abend geendet hatte. Regen über Regen. Ein Blick auf die Uhr gebot mir zur Eile, da mich mein Vater um 9 Uhr morgens mit dem Combi abholen wollte. Da er nicht gerne wartet, begann ich bereits um 7.30 mit dem zusammenpacken. Dabei war höchste Eile geboten da es nur kurz aufgehört hatte zu regnen. Jeder der schon mal bei Regen seine Sachen eingepackt hat weiß wovon ich rede. Nach dem üblichen Geunke meines Vater ( „ Ihh die Sachen sind viel zu dreckig für den Wagen!“ oder „ Son Dreck kommt mir nicht ins Auto“) begann dann die Heimreise Richtung München.

 

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Pete

Geboren 1984, Grundschule, Gymnasium, Uni, Ausbildung, Fischereischein, Jagdschein, Fischereiaufseher, Jagdaufseher, Elektrofischer, Standaufsicht, Wiederlader usw.
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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www.angler-oase.de
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2 Gedanken an “Pfingst-Angel-Wochenende von Pete 2004

  1. Der Fischer

    Pfingst-Wochenende von Pete
    Ja ,ich merke du schreibst sehr gerne, nur was wier noch wissen möchten : wie war der sex mit deiner Freundin !!! :zzz:

  2. Pete Post Author


    Bevor du kleiner lustmolch in den genuss dieses wissens kommst, friert die hölle zu. aber vorher würde ich dir dringend raten mal ein buch über deutsche rechtschreibung zu gemüte zu führen.

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