Prorex Crimping Pliers / Quetschhülsenzange

Der Teufel liegt im Detail. Den Spruch kennt jeder von uns. Aber was genau bedeutet das für den Angler? Ich kenne Angler die keinen Strich zu viel machen, sprich z.B. beim Knotenbinden nur maximal drei Windungen beim Clinchknoten machen etc. Dann gibt es aber auch noch die Anderen, die Perfektionisten. Da wird lieber eine Windung zu viel als zu wenig gemacht, jeder Knoten vor dem Zuziehen noch mit Speichel angefeuchtet, danach wird noch eine Zugprobe gemacht und und und. Und genau da trennt sich die Spreu vom Weizen denn oftmals sind es solche Kleinigkeiten die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Da geht es schon mit der Qualität der Wirbel los. Der Eine kauft ein 100er Packerl aus China für 4,99$ (inkl. Shipping) wohingegen der Andere ein 10er Packerl starke Markenwirbel für 1,99€ beim deutschen Fachhändler erwirbt. In der Regel werden beide ihre Fische damit fangen und auch landen, ja so lange nicht plötzlich etwas Kapitaleres einsteigt. Dann nämlich wird der Sparfuchs seinen Geiz verfluchen wohingegen der „Clevere“  den Drill genießen und auskosten kann.

Prorex Crimper Zange – Backenprofil

Genau um solche Feinheiten geht es. Als eingefleischter Spinnfischer fertige ich, ebenso wie viele hunderttausende Angler weltweit, meine Vorfächer selber. Seien es jetzt Stahlvorfächer zum Hechtfischen, Hardmonovorfächer zum Zanderangeln oder einfach nur Vorfächer für den Naturköderansitz auf Aal, Zander, Quappe und Co. Mal abgesehen von den Klemmhülsen und dem Vorfachmaterial an sich spielt hier die Quetschzange eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle. In den letzten 20 Jahren habe ich was das betrifft auch schon Lehrgeld zahlen dürfen. Mir ist schon so einiges untergekommen. Seien es jetzt Zangen bei denen die Griffe bei Druck abbrachen, Zangen bei denen die Klemmbacken so verschoben sind, dass keine ordentliche Klemmung der Hülsen möglich ist oder schlichtweg Zangen bei denen die Klemmbacken zu wenige Druckpunkte hatten… hatte ich alles schon… leider. Gerade bei diesem „Terminal Tackle“ kann ich nur jedem empfehlen nicht zu sparen. Nachdem ich Anfang 2019 wieder mal eine der Quetschhülsenzangen aufgearbeitet hatte, stand ich vor der Wahl welches Fabrikat ich mir als Ersatz zulegen muss. Da ich selten zweimal hintereinander das gleiche Fabrikat kaufe (schließlich muss man ja auch ein bisschen experimentieren…sonst würden hier auf angeln-24 deutlich weniger Berichte erscheinen…) fiel dieses Mal die Entscheidung auf die Zange von Daiwa. Der Hersteller bewirbt seine Crimper Zange unter anderem mit der Aussage, dass die leuchtenden Griffe von Vorteil sind. Ganz ehrlich –  das ist in meinen Augen irrelevant! Ich quetsche meine Vorfächer zu Hause und nehme die Zange nicht mit ans Wasser. Da schleppe ich schon genug mit mir rum… und selbst wenn ich das machen würde, wenn ich vorhabe am Wasser zu übernachten, habe ich auch eine Taschenlampe mit dabei. Die Griffe leuchten ohnehin nur, wenn man sie vorher mit einer Lichtquelle bestrahlt. Das Argument, man würde die Zange so in der dunklen Tasche schneller finden ist also obsolet. Also aus Marketingsicht kann man den Passus mit den leuchtenden Griffen komplett aus dem Werbetext streichen, schließlich sind nachleuchtende Griffe kein Qualitätsmerkmal – zumindest nicht bei den praxisorientierten Anglern ;) Bei Schreibtischtätern sieht das wieder ganz anders aus. Da darf dann die Zange auch noch eine integrierte Taschenlampe und einen Flaschenöffner haben. Aber konzentrieren wir uns wieder aufs Wesentliche. Der erste Eindruck nach dem Öffnen der Verpackung ist positiv. Die Griffe sind „griffig“ aber etwas dünn (wohlgemerkt, ich habe recht schmale Hände für einen Kerl, Größe M).

Genügend Schmiermittel und etwas Abrieb wurden frei Haus mitgeliefert

Die Zange läuft recht stramm und knirschte anfangs etwas. Genügend Lubrikation ist dennoch vorhanden.Leider kann man die Backen nicht ganz so weit öffnen wie bei meinen anderen Zangen. Aber Einschränkungen bezüglich der Praxistauglichkeit konnte ich dadurch nicht feststellen.

Zwei Kammer mit je sechs Druckpunkten sind mehr als ausreichend.

Kommen wir zu den zwei Quetschkammern. Insgesamt gibt es in jeder der zwei Kammern sechs (!!!) Druckpunkte. Das ist super. Die Breite der Backen beträgt 8,5mm was absolut ausreicht. Allerdings sollte man, da an den Ecken der Kammern jeweils ein Quetschzapfen vorhanden ist, keine Hülsen unter 10mm Länge quetschen da man sonst Gefahr läuft das Vorfachmaterial zu schädigen.

Aber kommen wir zum Druckbild. Hier kann man wirklich nicht meckern. Die Druckpunkte haben sich fein und klar strukturiert in die Metallhülsen gedrückt. Die Quetschungen sind sauber umrissen und tief. Mehr kann man nicht erwarten. Für einen Preis von ~ 9-12€ im Fachhandel kann man hier nicht viel falsch machen. Eins noch: Ob die Griffe wirklich im Dunkeln leuchten oder nicht habe ich nie getestet…vermutlich wie 98% der anderen Angler die sich diese Zange bisher zugelegt haben. :)

Prorex Crimper Zange – Zahnschema

Kommen wir nun zum aussagekräftigen Teil: Richtig, den Bildchen. Egal ob Intelligenzbestie oder „doof wie 5m Feldweg“ – mit Bildern kann man sie alle überzeugen. Um die Feinheiten der Zange gegenüber 0815 Produkten herauszuarbeiten, habe ich zwei bzw. drei Produkte miteinander verglichen.

  1. Daiwa Prorex Crimper Zange für 10mm Hülsen ~ 10€

 

 

 

  1. Crimper Zange (no-name) für 10mm Hülsen ~ 8$

 

 

 

 

  1. Crimper Zange für 8mm Hülsen ~ 15€

    Fazit: Gutes muss nicht teuer sein. Wer bei einer Zange die im Fachhandel ~ 10€ kostet meint sparen zu müssen, nun, der sollte sich ein anderes Hobby suchen –  z.B. Häkeln.

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Pete

Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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